Herrscher im Exil. Formen, Hintergründe und Potentiale in Mittelalter und Neuzeit

Herrscher im Exil. Formen, Hintergründe und Potentiale in Mittelalter und Neuzeit

Organisatoren
Oliver Auge, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; Nina Gallion, Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Volkhard Huth, Institut für Personengeschichte, Bensheim; Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Ort
Greifswald
Land
Deutschland
Fand statt
In Präsenz
Vom - Bis
10.07.2023 - 12.07.2023
Von
Laura Potzuweit / Frederic Zangel, Historisches Seminar, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Die Reihe von Herrscherinnen und Herrschern, die sich während ihrer Regierungszeit ins Exil begaben, umfasst neben prominenten Beispielen wie Harald Blauzahn, Maria Stuart und Wilhelm II. auch zahlreiche unbekanntere Persönlichkeiten, die die internationale Fachtagung vergleichend in den Blick nahm. Auf die grundlegende Forschungslücke sowie die Bedeutung des Themas bis in die Gegenwart verwies OLIVER AUGE (Kiel) in seiner Einführung und nannte als aktuellstes Beispiel den ehemaligen spanischen König Juan Carlos I.

Dem Anspruch der Tagung entsprechend wurden von Beginn an unterschiedliche Perspektiven eingenommen. Einen rechtsgeschichtlichen Blickwinkel wählte THOMAS SIMON (Würzburg) in seinem Beitrag zur Trennung von fürstlichem Privatvermögen und Staatsgütern. Diese Teilung ist zugleich als zum Ende des Mittelalters einsetzender, 1918 jedoch noch nicht abgeschlossener Prozess zu verstehen. Die Trennlinie blieb damit bis zum Ende des Ersten Weltkrieges umstritten, nun wurde die umso drängendere Frage nach ihrem Verlauf unterschiedlich beantwortet: Während die Habsburger fast vollständig enteignet wurden, folgten in Deutschland langwierige, von einer gewissen Generosität gegenüber den bisherigen Herrschern geprägte Verhandlungen.

GISELA MUSCHIOL (Bonn) bot theologische und religiöse Perspektiven. Sie legte dar, dass das Exil aufgrund zahlreicher Ereignisse als eine Grunderfahrung Israels verstanden werden könne. Im Exilkontext begegne Gott als Bestrafender (in die Fremde führend), als Prüfender (die bedrückende Situation aufrechterhaltend) sowie als Gnädiger (die Rückkehr ermöglichend). Anhand des Alten und Neuen Testaments zeigte die Referentin eine Übernahme jüdischer Narrative durch die frühen Christen auf. Der heute räumlich verstandene Begriff „Diaspora“ bezeichnete im Hebräischen ursprünglich die Zeitspanne zwischen Weggang und Rückkehr.

In seinem Vortrag zum Exil in der mittelalterlichen Literatur verwies TIMO FELBER (Kiel) auf die Seltenheit dieses Motivs. Die betreffenden Texte seien überdies gattungsgebunden, bei ihrer Abfassung bestand somit ein eingeschränkter Handlungsrahmen, der – wie anhand prominenter Beispiele gezeigt wurde – auf den Inhalt einwirkte. Dem Scheitern der Hauptperson im Epos „Dietrichs Flucht“ kann der Herzog Ernst B gegenübergestellt werden, der sich ebenfalls ins Exil begeben muss, das dort erworbene Wissen aber für seine Rückkehr nutzen kann. Ginover wiederum, die Ehefrau König Arthusʾ, weicht einer Doppelgängerin, zögert nach deren Überführung jedoch zurückzukehren, da sie im Exil einen größeren Handlungsspielraum hat.

Den Mittelalterschwerpunkt fortführend, rückte NINA GALLION (Mainz) exilierte Bischöfe der Jahre 1200–1600 in den Fokus. Ihre quantitative Eruierung ergab innerhalb des Betrachtungszeitraums 47 Amtsträger, deren Biografien Ansätze von Vertreibung enthielten. Im Verhältnis zum Gesamtepiskopat errechnete sie für lediglich ca. zwei Prozent eine derartige Erfahrung. In ihrer qualitativen Betrachtung betonte Gallion, dass Exil zumeist als Folge von Krieg oder konfliktbeladenen Beziehungen zu den lokalen Eliten der Bischofsstadt anzusehen ist. Als Exilort wählten die Vertriebenen beispielsweise Burgen, andere Städte innerhalb des Hochstifts oder die päpstlichen Höfe in Rom bzw. Avignon.

In seinen Ausführungen zur päpstlichen Zeit in Avignon plädierte JAN-HENDRYK DE BOER (Duisburg-Essen) zunächst dafür, Exil stets perspektivisch zu werten. Folgerichtig verwendete Francesco Petrarca den Begriff etwa für die Anfangszeit der Päpste in Avignon. Nichtsdestotrotz verstanden sich die Pontifizes und ihr Hof als römische Kurie, weshalb auch deren äußere Anerkennung nicht vom „richtigen Ort“, sondern von realpolitischen Faktoren abhängig gemacht wurde. Da sich das Kirchenoberhaupt zudem bereits vor dem 14. Jahrhundert mehrfach konfliktbedingt im Exil bzw. zumindest außerhalb Roms aufgehalten hatte, verwies de Boer auf die mögliche Einordnung Avignons in eine Kontinuitätslinie.

Den Blick gen Osten richtete RALPH-JOHANNES LILIE (Berlin/Cuxhaven) mit einer Untersuchung der byzantinischen Herrscher, wobei er für vier/neun der insgesamt 94 Kaiser eine Exilzeit ermittelte. Neben der individuellen Ausgestaltung der Verbannungszeit betonte Lilie, diese sei gerade für etwaige Nachfolger mit einem unkalkulierbaren Gefahrenpotential verbunden gewesen, vor allem wenn die Exilierten am Leben blieben. Dadurch skizzierte er das Exil insgesamt als Notwendigkeit zur Selbstrettung und warf bezogen auf das oströmische Kaisertum letztlich die Frage auf, ob sich nicht jeder Herrscher ab dem 8. Jahrhundert in Konstantinopel in der Verbannung aufgehalten habe.

Von den Betrachtungen auf ein Amt verengte JENS E. OLESEN (Greifswald) anschließend den Fokus auf Unionskönig Erich von Pommern und dessen gotländisches Exil. Seinen Ausführungen stellte der Referent die These voran, dass es sich um kein „echtes“ Exil gehandelt habe. Erichs Flucht sei nach seiner Absetzung in Dänemark notwendig geworden, wobei sich seine Handlungsmöglichkeiten in den ersten Jahren auf Gotland als weitreichender gestalteten als gemeinhin angenommen, weshalb er durchaus eine Gefahr für die skandinavischen Reiche darstellte.

DIRK SCHLEINERT (Stralsund) bezeichnete seinen Untersuchungsgegenstand – Stralsunder Bürgermeister im 14. und 15. Jahrhundert – zunächst als erklärungsbedürftig. In ihrer Rolle als gewählte Amtsträger entsprächen diese geistlichen Würdenträgern, in der Art und im Umfang ihrer Machtbefugnisse eher Monarchen. Anhand der Fallbeispiele Bertram Wulflam und Otto Voge stellte Schleinert verschiedene Formen der Exilierung gegenüber: Beispielsweise floh erstgenannter eigenmächtig, um seiner Verurteilung zuvorzukommen, und verstarb vor einer Rückkehr in Lübeck, wohingegen Voge nach seinem gescheiterten Versuch, Stralsund aus der Landesherrschaft zu lösen, zunächst abgesetzt wurde und letztlich sein Bürgermeisteramt wieder aufnahm.

Der öffentliche Abendvortrag von THOMAS VOGTHERR (Osnabrück) widmete sich einem der bekanntesten Exilanten des Mittelalters, Heinrich dem Löwen. Neben der Uneinigkeit der Quellen zur Exildauer – die Angaben variieren zwischen drei bzw. sieben Jahren und keiner zeitlichen Befristung – betonte Vogtherr, dass die Verbannung des Welfen seinen Grundkonflikt mit Friedrich Barbarossa lediglich vertagt habe. Während der Exilzeit bei seiner englischen Schwiegerfamilie sei Heinrich von dieser Seite zwar als Herzog tituliert worden, jedoch zeige sich der Versuch, diese Jahre in den Quellen glorreicher auszugestalten, als sie waren. Nachdem er den Aufruf Barbarossas zum Kreuzzug verweigerte, begab Heinrich sich im Übrigen erneut ins Exil, kehrte allerdings vorzeitig nach Sachsen zurück.

Anschließend wurden die exilierten Herrscher der (Frühen) Neuzeit in den Blick genommen. SUSAN RICHTER (Kiel) beschäftigte sich mit der Verbindung des Exils mit dem Herrschaftskonzept des Erwähltseins. Dabei handelte es sich um eine Strategie, mit der einerseits auf die Rückkehr hingearbeitet werden konnte, die jedoch andererseits der Selbstbehauptung diente. Der Familie des Herrschers kam, wie sie am Beispiel des Winterkönigs Friedrich von der Pfalz aufzeigte, im Exil eine besondere Bedeutung zu. Sie wurde durch künstlerische Darstellungen als gottgewählte Gemeinschaft stilisiert.

Mit Christian II. behandelte LARS BISGAARD (Odense) einen weiteren dänischen König. Augenfällig ist wiederum der Umstand, dass Christian zwar einer der am besten untersuchten dänischen Herrscher ist, sein niederländisches Exil allerdings trotz reichhaltiger Überlieferung bislang auf eher geringes Forschungsinteresse stieß. Christians Gastgeberin Margarete war Statthalterin der habsburgischen Niederlande und eine Tante seiner Frau Isabella. Sein Versuch einer Rückkehr auf den Thron der drei nordischen Reiche scheiterte und er begab sich in die bis heute viel stärker als das Exil rezipierte Gefangenschaft.

FRIEDER HEPP (Heidelberg) stellte ebenfalls den Winterkönig Friedrich von der Pfalz und dessen (ebenfalls) niederländisches Exil in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. In den überlieferten Flugblättern wird die Flucht als ein wesentliches Motiv sichtbar, wobei etwa Friedrichs Kinder als hungernd dargestellt werden. Jedoch sei in Den Haag ein kostspieliger Hof gehalten und insbesondere die Kunst als Mittel genutzt worden, um Rang und Ehre zu bewahren und den Thronanspruch aufrechtzuerhalten. Dieses Vorgehen führte aus dynastischer Sicht durchaus zum Erfolg, konnte doch Friedrichs Sohn letztlich in die Pfalz zurückkehren.

CLAUDIUS LOOSE (Kiel) thematisierte die Abhängigkeit Christian Albrechts von Schleswig-Holstein-Gottorf von den Konjunkturen europäischer Politik und deren Auswirkungen auf seine Exilzeit. Infolge der schwedischen Niederlage bei Fehrbellin 1675 musste der Gottorfer das Herzogtum Schleswig vom Dänenkönig zu Lehen nehmen. Nach seiner Flucht nach Hamburg versuchte er Unterstützer für eine Rückgewinnung zu finden; eine diplomatische Initiative am Hof Johann Georgs II. von Sachsen scheiterte. Erst der Vertrag von Fontainebleau ermöglichte 1679 seine Rückkehr.

Zwei weibliche Exil-Beispiele führte schließlich PAULINE PUPPEL (Berlin) mit Wilhelmina von Preußen und ihrer Nichte Mimi ins Feld. Erstgenannte musste sich mit ihrem Mann Wilhelm V. von Oranien ins englische Exil begeben, wobei ihr langfristiges Ziel stets die Rückkehr in die Niederlande war. Dafür nutzte Wilhelmina ihre Korrespondenznetzwerke bis hin zum preußischen König. Zudem übten die Frauen weiterhin ihre gesellschaftliche Aufgabe aus, indem sie Zusammenkünfte zur Netzwerkbildung und zum Informationsaustausch veranstalteten. Insgesamt sicherten sämtliche weibliche Mitglieder der Dynastie während des Exils durch ihre Verbindungen den Status, sodass von ihrer Einbindung in die aktive Politik gesprochen werden kann.

Einem aus englischer Sicht „störenden“ Themenfeld widmete sich MICHAEL MAURER (Jena) bei seiner Betrachtung der katholischen Stuart-Prätendenten des 18. Jahrhunderts. Während Jakob VII. von Schottland im Exil lebte, wurde sein Sohn von Ludwig XIV. und dem Papst aus machtstrategischen Gründen als Jakob III. von England anerkannt. Sie waren demnach Spielfiguren der europäischen Mächte ohne eigene Macht, aber mit großen Ambitionen und finanziellen Mitteln. Die Dauer des Exils minderte letztlich die Erwartungen an eine Rückkehr; gleichzeitig erfolgte mit der Übernahme zahlreicher Italiener in höfische Dienste geradezu eine Assimilierung am Exilstandort.

Während andere Herrscher im Rahmen ihres Exils in die Fremde zogen, kehrte Otto von Griechenland nach seiner Absetzung in seine bayerische Heimat zurück. Als junger Mann übernahm der Wittelsbacher, wie ANDREAS FLURSCHÜTZ DA CRUZ (Bamberg) ausführte, eine instabile, traditionslose Monarchie, wodurch seiner Herrschaft keine Langlebigkeit garantiert war. Nach seiner Rückkehr nach München wurde er aufgrund von Rangkonflikten mit seinem Bruder nach Bamberg komplimentiert, wo er eine reduzierte Form der griechischen Hofkultur zelebrierte. Während Otto und sein Hof keine politische Bedeutung erlangen konnten, führte die exotische Strahlkraft zum nochmaligen Aufblühen Bambergs als Residenzstadt.

MATTHIAS STICKLER (Würzburg) widmete sich mit Karl I. einer „tragischen Figur des Hauses Österreich“. Nach dem Zerfall seines Vielvölkerreiches akzeptierte dieser die Abdankung nicht, sondern verweilte als „Herrscher im Wartestand“ weiterhin im Land. Während seine Ehefrau ihn in diesen Ansichten bestärkte, wandte sich die Mehrheit der Habsburger von ihm ab. Nach gescheiterten Restitutionsversuchen mussten Karl und seine Familie sich in die Verbannung nach Madeira begeben. Abschließend bezeichnete Stickler ihn als einen unzeitgemäßen Menschen, der sein Herrschaftsrecht höher einschätzte als das Selbstbestimmungsrecht der Völker.

Mit Napoleon Bonaparte stand einer der bekanntesten Exilanten im Zentrum des von THOMAS SCHULER (Frechen) gehaltenen zweiten Abendvortrags. Dem Kaiser war zwischenzeitlich von Elba aus ein Comeback gelungen, nach der Niederlage in Waterloo hatte er sich indes in englische Gefangenschaft begeben. Mit seiner Verbringung nach St. Helena sollte eine weitere Flucht unbedingt vermieden werden. Die Quellen zum Exil Napoleons sind zahlreich, müssen aber aufgrund ihrer Parteilichkeit vorsichtig abgewogen werden. Wesentliche Themenfelder des Vortrags waren die Rezeption der Gefangennahme, des Exils und des Todes durch bekannte Literaten und Künstler.

Auch Napoleons Neffe Napoleon III., dessen Exil VOLKHARD HUTH (Bensheim) beleuchtete, war (seit 1852) französischer Kaiser. Seine Herrschaft endete mit der Niederlage von Sedan und damit in einer individuellen und kollektiven Katastrophe. Er verlor nicht allein sein Kaisertum, sondern wurde gleichermaßen zum Ziel von Spott auch in der französischen Presse. Der Exilant reiste zunächst nach Wilhelmshöhe bei Kassel und dann ins englische Chislehurst. Dort verfolgten seine Frau Eugénie und er eine abwartende Politik, freilich starb der ehemalige Kaiser bereits 1873, sein Sohn sechs Jahre später. Das Exil Napoleons III. wird weniger rezipiert als das seines gleichnamigen Onkels.

Die Reihe an inhaltlichen Beiträgen beschloss BENJAMIN HASSELHORN (Würzburg) mit einem Blick auf die 22-jährige Exilzeit Kaiser Wilhelms II. im niederländischen Doorn, wo er vor allem korrespondiert und Texte verfasst habe, in denen er bemüht war, den Vorwurf der „Fahnenflucht“ zu entkräften. Etwaige Rückkehrambitionen des Hohenzollern seien anhand der nicht-öffentlichen Aufzeichnungen uneindeutig und demnach als nicht proaktiv zu bezeichnen. Daher stellte Hasselhorn die These auf, dass Wilhelm seine kaiserliche Rolle lediglich pro forma aufrechterhalten habe.

Abschließend bündelte CHRISTIAN HOFFARTH (Kiel) die Themen-, Epochen-, Personen- und Zugangsvielfalt der Tagungsbeiträge anhand von drei Betrachtungswinkeln: personengeschichtlich, strukturgeschichtlich und kulturgeschichtlich. Die Individualbetrachtung habe übergreifend größere Handlungsspielräume der Exilierten aufgezeigt als gemeinhin angenommen. Insgesamt sei das Exil als ein zu überwindender Zustand angesehen worden, der oftmals durch eine erzwungene Freiwilligkeit bedingt war. Folglich sei dieser Lebensabschnitt als Anomalie verstanden worden. Trotzdem seien, wie auch die Vielzahl an Beispielen zeige, derartige Exile ein integraler Bestandteil herrschaftlicher Muster und Ordnungen. Besonders die Untersuchung der emotionalen Situation der Exilierten benannte Hoffahrt als zukünftige Forschungsaufgabe.

Die den Vorträgen nachfolgenden Diskussionen warfen ebenfalls weiterführende Fragestellungen auf: Welche Kontrollmechanismen sollten den Verbleib im Exil garantieren? Muss eine begriffliche Unterscheidung zwischen persönlichem und institutionellem Exil vorgenommen werden? Ist eine Schärfung des Terminus „Exil“ unabdingbar? Insgesamt ergab sich der Eindruck, dass die Greifswalder Tagung einen Grundstein legen konnte. Aufgrund der Heterogenität der Exilerfahrungen sind jedoch zukünftige Einzelfallbetrachtungen dringend erforderlich.

Konferenzübersicht:

Oliver Auge (Kiel): Begrüßung und Einführung in das Tagungsthema

I. Sektion: Das Exil als Thema der Rechtsgeschichte, Religion und Literatur

Moderation: Monika Unzeitig (Greifswald)

Thomas Simon (Wien): Was bleibt dem exilierten Monarchen? Zur Trennung von fürstlichem Privatvermögen und Staatsgütern

Gisela Muschiol (Bonn): Exil als frommer Ausweg? Theologische und religiöse Perspektiven

Timo Felber (Kiel): Das Exil in der mittelalterlichen Literatur

II. Sektion: Exilierte Herrscher im Mittelalter

Moderation: Karl-Heinz Spieß (Greifswald)

Nina Gallion (Mainz): Vertreibung und Exil. Eine Bestandsaufnahme am Beispiel des mittelalterlichen Reichsepiskopats

Jan-Hendryk de Boer (Duisburg-Essen): Päpste im Exil: Das Papsttum von Avignon zur Zeit des Großen Schismas (1378–1417)

Ralph-Johannes Lilie (Berlin/Cuxhaven): Byzanz. Kaisertum und Exil?

Jens E. Olesen (Greifswald): Der Unionskönig Erich von Pommern im Exil auf Gotland

Dirk Schleinert (Stralsund): Stralsunder Bürgermeister im Exil

Öffentlicher Abendvortrag

Moderation: Oliver Auge (Kiel)

Thomas Vogtherr (Osnabrück): Ein Löwe ohne Krallen? Heinrich der Löwe im Exil

III. Sektion: Exilierte Herrscher im Europa der Neuzeit

Moderation: Nina Gallion (Mainz)

Susan Richter (Kiel): Exil und das Konzept des „Erwähltseins“

Lars Bisgaard (Odense): Christian 2. of Denmark (1481–1559)

Frieder Hepp (Heidelberg): „König im zerissnen Klayd“ – Das Exil des ,Winterkönigs‘
Friedrich V. in der zeitgenössischen Bildpublizistik

Claudius Loose (Kiel): Strategien der Wiederkehr aus dem politischen Exil – Das Beispiel Christian Albrechts von Schleswig-Holstein-Gottorf (1641–1694/95)

Moderation: Volkhard Huth (Bensheim)

Pauline Puppel (Berlin): „Ik zal het myn broer zeggen.“ Wilhelmina von Preußen, Erbstatthalterin der Niederlande und Fürstin von Diez (1751–1820)

Michael Maurer (Jena): The King over the Water: Schottische Herrscher im Exil. Die katholischen Stuart-Prätendenten des 18. Jahrhunderts

Andreas Flurschütz da Cruz (Bamberg): Unter den Königen ein Clown? Otto von Griechenland im Bamberger Exil

Matthias Stickler (Würzburg): „Ich habe nicht auf den Thron verzichtet ...“. Kaiser Karl I. von Österreich (1887–1922) im Exil

Öffentlicher Abendvortrag

Thomas Schuler (Frechen): Napoleon auf St. Helena – Das verklärte Exil

Moderation: Nina Gallion (Mainz)

Volkhard Huth (Bensheim): „Étiez-vous à Sedan?“ Napoleons III. letztes Exil, Tod und Memoria

Benjamin Hasselhorn (Würzburg): Zwischen Erleichterung und Verbitterung. Wilhelm II. im niederländischen Exil 1918–1941

Christian Hoffarth (Kiel): Zusammenfassung